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Regie
Herbert Föttinger
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Musik
Michael Rüggeberg
Der alte Arlecchino, ein Überlebenskünstler
Alexander Grill
Der junge Arlecchino alias Radames Ruccola Colliusco, Diener
Gregor Bloéb
Pantalone alias Sansuga Sacchi, Transportunternehmer
Heribert Sasse
Clara Sacchi, seine Tochter
Hilde Dalik
Smeraldina, Bedienstete im Hause Sacchi
Gerti Drassl
Dottore alias Dr. Valentino Vendramin, Rechtsanwalt
Toni Slama
Silvio Vendramin, sein Sohn
Manuel Witting
Federigo Rasponi alias Beatrice Rasponi, Inhaber des Handelshauses Rasponi
Maya Bothe
Florindo Aretusi, engster Mitarbeiter von Federigo Rasponi
Florian Teichtmeister
Brighella, Wirt
Erich Altenkopf
Fiona, Magd bei Brighella
Eva Mayer
Straßenmusikantin
Michaela Wild / Olesya Kurylyak
Ein uralter Chinese
Man-Kun Yoo
Karnevalszug
Therese Lohner
Julia Melcher
Martina Moharitsch
Elfriede Schüsseleder
Josef J. Borbely
Christian Futterknecht
Mario Hellinger
Walter Holecek
Willibald Maierhofer
Hans Wolfgang Pemmer
Friedrich Schwardtmann
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Peter Turrini
Der Diener zweier Herren
nach Carlo Goldoni Uraufführung
Premiere: 15. November 2007
Am 1. April 1924 eröffnete Max Reinhardt das Theater in der Josefstadt nach dessen damaliger
großer Renovierung mit Goldonis „Der Diener zweier Herren“. Das Stück wurde im Stil der Commedia
dell´arte aufgeführt.
Für die erste Premiere nach der Generalrenovierung des Theaters in der Josefstadt 2007
schrieb Peter Turrini eine aktuelle Version von "Der Diener zweier Herren" über den
arbeitslosen Radames Ruccola Colliusco, der dank einer schlauen Lüge plötzlich zwei Arbeitgeber und
zwei Jobs hat und hofft, dass sich nun seine Lebenssituation verbessert.
"Ein Theaterleben lang interessiert und fasziniert mich das Verhältnis von Maske und Gesicht,
von Schein und Sein, von Lüge und Wahrheit, von Charakter und Charaktermaske. In Goldonis Stück
Der Diener zweier Herren bilden Maske und Gesicht eine Einheit. Wenn ein Schauspieler in
der Maske des Pantalone oder des Arlecchino auftrat, dann wußte das damalige Publikum sofort,
welcher Charakter ihnen da entgegentrat. Das ist heute natürlich anders; in meiner Bearbeitung von
Goldonis Stück muß ich einen Weg finden, das Verhältnis von Gesicht und Maske aus heutiger Sicht zu
erzählen. Ich wähle folgenden: Das Stück spielt im heutigen Venedig, und damit die Masken eine
theatralische Funktion haben, spielt es mitten im Karneval. Der gerissene Transportunternehmer
Sacchi setzt sich für die Dauer des Karnevals die Maske des Pantalone auf und will heiter sein. Das
ist ja kein venezianisches Spezifikum: Man beteiligt sich an jeder ökonomischen und politischen
Schweinerei und ist gleichzeitig Mitglied von mindestens drei Karnevalsvereinen. Wieviel Goldoni
und wieviel Turrini bei meinem theatralischen Unterfangen letztendlich herauskommt, weiß ich noch
nicht.
Wir werden sehen! Vedremo!"
Carlo Turrini, März 2007
Pressestimmen:
Bloéb ist als bodenständiger und sympathischer Kerl zu bewundern, den eine Dame als Herrn (Maya
Bothe) und ein Herr als Dame (Florian Teichtmeister) auf der praktischen Treppenbühne (Rolf
Langenfass) zum Laufen bringen.
Gerti Drassl spielt drall und toll Smeraldina, die einzige humane Figur neben den Ungeheuern,
die Arlecchino ausbeuten. (Presse)
Peter Turrini hat Goldonis „Diener zweier Herren“ ins 20. Jahrhundert verlängert. Auch bei ihm
handelt es sich um ein Maskenspiel mit den Typen der Commedia dell’arte - Schauplatz ist Venedig
zur Karnevalszeit. Herbert Föttingers Inszenierung in der frisch renovierten Josefstadt kann bei
den leiseren, poetischen Passagen punkten. (Österreich)
Hausherr Herbert Föttinger hat gescheit und dem Text dienlich inszeniert. Die Bühne von Rolf
Langenfass wird dominiert durch eine sanduhr-förmige Treppe.
Gregor Bloéb ist ein wunderbar trauriger, geschundener Arlecchino, Gerti Drassl eine
ausgezeichnete stille, ironische, weise Smeraldina. (Kurier)
Dreh- und Angelpunkt ist der skrupellose Pantalone alias Sansuga Sacchi - ein schleimiger, wendiger
Bilderbuch-Gauner, wie ihn Heribert Sasse virtuos auf die Bühne bringt. Dieser Sacchi kommt nur
kurz in Verlegenheit, als zur Verlobung seiner aparten Tochter (Hilde Dalik) der totgeglaubte „
Geschäftspartner“ Rasponi auftaucht und Forderungen stellt, also Geld und Tochter - und eigentlich
die Schwester des Ermordeten ist (Maya Bothe).
Das makelose Ensemble - darunter Toni Slama als Winkeladvokat, Manuel Witting als sein Sohn
oder Erich Altenkopf als Wirt Brighella - meistert die steile Treppe und die vielen Ideen der Regie
ohne Stolpern.
Hausherr Herbert Föttinger inszenierte mit viel komödiantischem Geschick und Tempo, lässt
aber auch meloancholische Momente zu. (Salzburger Nachrichten)
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